03Schuldenreport

Private Schuldner

Wie der aktuelle Schuldenreport 2009 belegt, gingen 2008 geschätzt 8238 Personen weniger in die Privatinsolvenz als im Jahr zuvor. Leider ist das keine gute Nachricht: die Zahl der Privatinsolvenzen insgesamt ist von 1999 bis 2007 exponentiell angestiegen. Im Jahr 2007 gipfelte diese Entwicklung in der Privatinsolvenz für über 100.000 Personen, seither hat sich der Wert stabilisiert. Im Jahr 2008 waren es noch gut 97.000 Privatinsolvenzen. Aktuell wird von etwa vier Millionen überschuldeten Privathaushalten in Deutschland ausgegangen. Als häufigste Gründe werden Arbeitslosigkeit und eine schicksalhafte Veränderung der Lebensumstände genannt.

Überproportional vertreten ist in der Schuldnerberatung die Altersgruppe zwischen 25 und 45. Dieser Fakt ist nicht weiter verwunderlich, werden in diesem Altersbereich doch vorrangig Familiengründungen vollzogen und eigene Haushalte aufgebaut. Kinderbetreuung, Energie, Transport, Verpflegung und nicht zuletzt die Miete für eine familiengerechte Wohnsituation erfordert ein Mehrfaches des in anderen Lebensabschnitten benötigten Einkommens. Diese Bedürfnisse verschwinden auch nicht einfach mit dem durch die Wirtschaftskrise bedingten Erreichen der Arbeitslosigkeit.

Die Verbände prognostizieren aufgrund der Wirtschaftskrise eine weitere Verschlechterung der Lage. Als möglicher Lösungsansatz wird auf eine stärkere Finanzierung der Schuldnerberatung verwiesen. Letztere ist bereits seit Jahren völlig überlaufen; oft kann erst nach monatelanger Wartezeit ein Beratungstermin angeboten werden. Dies wird sich vermutlich auch nach der Forderung der den Report vorlegenden Verbände nicht ändern -  wurde doch bereits 2005 durch das Bundesfamilienministerium festgestellt, dass der Schuldnerberatung „eine Schlüsselrolle“ zur Entschuldung von Privathaushalten zukommt. Eine Gesamtlösung des Problems dürfte jedoch erst mit einer deutlichen Verbesserung der globalen und somit nationalen Wirtschaftssituation realistisch sein.

(Quelle: http://www.readers-edition.de/)

Unternehmensschuldner

Betrachtet man die Statistiken, gelangt man zum Ergebnis, dass die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen nicht so schlecht ist, wie angesichts der steigenden Insolvenzen zu vermuten wäre. Von Januar bis Oktober 2009 wurden 27 565 Insolvenzen von Unternehmen (+ 11,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum) bei den deutschen Amtsgerichten angemeldet (Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 12.01.2010).

Erstaunlich ist dabei, dass nach einer Studie des Informationsdienstleisters Dun & Bradstreet (D&B) die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen im Dezember 2009 auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen ist. Der im Auftrag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erstellte D&B-Zahlungsindex zog im Dezember erneut deutlich an und stieg damit zum sechsten Mal in Folge. Interessant ist dabei die Erkenntnis, dass im Dezember 2009 knapp 80 Prozent der beobachteten Unternehmen ihre Rechnungen pünktlich bezahlten.  Die  durchschnittliche Verzugszeit lag im November wie im Vormonat bei 9,41 Tagen.

 Sprechzeiten: MO - DI 08.00 bis 12.00 Uhr   |   Hotline: +41 71 677 20 90   |   E-Mail: office@inkasso.ag