06Nachlassverfahren

Mit dem Nachlassverfahren soll die Zwangsvollstreckung vermieden und die wirtschaftliche Existenz des Schuldners saniert werden. Dies kann über einen Nachlassvertrag geschehen. In der Regel verzichten dabei die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen. Damit die Vergleichsverhandlungen ohne Betreibungsdruck geführt werden können, kann der zuständige Amtsgerichtspräsident eine zeitlich begrenzte Stundung gewähren.

Zu differenzieren ist dabei wie folgt:

Der aussergerichtliche Nachlassvertrag bezweckt eine Sanierung auf privater Ebene. Er beruht auf Rechtsgeschäften, die der Schuldner mit jedem Gläubiger einzeln abschliesst. Er besteht somit aus einer Summe individueller Schulderlassverträgen und bindet nur jene Personen, die ihm zugestimmt haben.

Der gerichtliche Nachlassvertrag wird unter gerichtlicher Mitwirkung und Aufsicht abgeschlossen. Er setzt die Zustimmung einer bestimmten Mehrheit der Gläubiger voraus und gibt dem Schuldner die Möglichkeit, seine Schulden auf eine für alle Gläubiger verbindliche Weise zu tilgen. Das Gesetz unterscheidet zwischen dem ordentlichen Nachlassvertrag und dem Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung

  • Beim ordentlichen Nachlassvertrag steht die Sanierung im Vordergrund. In der Regel tilgt der Schuldner dabei einen Teil der Forderungen im gleichen Verhältnis für alle Gläubiger; der Rest wird ihm erlassen (sog. Prozent- oder Dividendenvergleich).
  • Beim Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung (auch Liquidationsvergleich genannt) geht es nicht um die Sanierung, sondern um die wirtschaftliche Liquidation des Schuldnervermögens.

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