06Betreibungsverfahren

Wer einen Schuldner betreiben will, reicht beim örtlich zuständigen Betreibungsamt ein Betreibungsbegehren ein. Im Betreibungsbegehren sind u.a. die Forderungssumme und der Grund der Forderung anzugeben. Nach Empfang des Betreibungsbegehrens stellt das Betreibungsamt dem Schuldner - ohne die Rechtmässigkeit der Forderung zu prüfen - einen Zahlungsbefehl zu. Darin wird der Schuldner aufgefordert, die Forderung des Gläubigers samt Betreibungskosten innert 20 Tagen zu begleichen.

Will der Schuldner die Forderung ganz oder teilweise bestreiten, kann er Rechtsvorschlag erheben. Solange der Rechtsvorschlag besteht, kann die Betreibung nicht fortgesetzt werden. Zur Beseitigung des Rechtsvorschlags, muss der Gläubiger gegen den Schuldner ein Gerichtsverfahren (ein Rechtsöffnungsverfahren oder einen ordentlichen Zivilprozess) einleiten.

Das Rechtsöffnungsverfahren (s. unten Rechtsöffnung) hat gegenüber dem ordentlichen Zivilprozess den Vorteil, dass es meist schneller und kostengünstiger ist. Es kann jedoch nur eingeleitet werden, wenn der Gläubiger über einen Rechtsöffnungstitel (s. unten Rechtsöffnung) verfügt. Steht dem Gläubiger kein Rechtsöffnungstitel zur Verfügung, muss er seine Forderung auf dem ordentlichen Prozessweg geltend machen. (s. Ordentlicher Prozessweg).

Ist die Betreibung nicht durch Rechtsvorschlag oder gerichtlichen Entscheid eingestellt worden oder ist ein allfälliger Rechtsvorschlag beseitigt worden, so kann der Gläubiger frühestens 20 Tage nach Zustellung des Zahlungsbefehls das Fortsetzungsbegehren stellen.

Die Fortsetzung der Betreibung erfolgt dann entweder auf dem Wege der Pfändung, der Pfandverwertung oder des Konkurses. Verfügt der Gläubiger über ein Pfand, so kann er dessen Verwertung verlangen. Ansonsten hängt die Frage, welche Betreibungsart zur Anwendung kommt, in erster Linie von der Person des Schuldners ab. Ist er z.B. als Inhaber einer Einzelfirma oder als Aktiengesellschaft im Handelsregister eingetragen, wird die Betreibung auf dem Weg des Konkurses fortgesetzt. In den übrigen Fällen erfolgt die Fortsetzung der Betreibung auf dem Weg der Pfändung

zurück zur Übersicht «

 Sprechzeiten: MO - DI 08.00 bis 12.00 Uhr   |   Hotline: +41 71 677 20 90   |   E-Mail: office@inkasso.ag